Golf - ein Burnout-Killer

25.10.2014 15:13

Golf macht glücklich. Aber kann der Sport auch eine Burnout-Erkrankung verhindern oder sogar heilen?

Bildquelle: VCG  thinkstock
Bildquelle: VCG thinkstock

Die Vereinigung clubfreier Golfspieler (VcG) erfuhr von Stress- und Hormonexpertin Dr. med. Petra Sommer und Diplom-Psychologe Louis Lewitan mehr über die Volkskrankheit "Burnout" und ihre Prophylaxe.

Stress und Leistungsdruck haben in den letzten Jahren zugenommen. Bereits jeder zweite Beschäftigte leidet häufig unter starkem Termin- und Leistungsdruck - mit dramatischen Folgen. Eine Möglichkeit der Burnout-Prävention und sinnvolle Therapie-Option ist das Golfspielen, wie eine Studievon Dr. med. Sommer belegt.

 

Golf als Untersuchungsgegenstand
Um den positiven Effekt von Golf auf einen in Schieflage geratenen Hormonhaushalt zu untersuchen, unternahm sie eine umfassende Testreihe mit 493 Probanden, bei der 396 Golfspieler zum Abschlag antraten und 97 Probanden in ihrer Funktion als Referenzgruppe nichts taten. "Wir haben uns für Golf als Untersuchungsgegenstand entschieden, da er als moderater Ausdauersport gilt, bei dem man an der frischen Luft ist, sich bewegt und keinen klassischen Gegner wie bei vielen anderen Sportarten hat. Auch der soziale Aspekt spielt bei Golf eine große Rolle", argumentiert Dr. Sommer. Im Ergebnis zeigte sich, dass in Ausübung des Golfsports der Cortisol-Spiegel erkennbar sank und Serotonin- und Dopamin(Glückshormon)-Spiegel stiegen. Erstaunlicherweise war der Effekt bei weiblichen Golfspielern größer als bei ihren männlichen Pendants. Körpergröße, Handicap und Alter spielten keine Rolle.

Golf gegen Burnout
Die Testergebnisse der Dr. Sommer-Studie zeigen, dass auch Golf eine sinnvolle Therapie-Option darstellen kann. Durch regelmäßiges Spielen normalisiert sich die Hormonlage, so dass das Burnout-Syndrom mittelfristig in den Griff zu bekommen ist, so Dr. Sommer. Der Golfspiel-Stress-Tests hat ergeben, dass sich die Werte selbst bei den Probanden verbesserten, die glaubten, dass Golf nichts bewirken kann. "Die Therapie erzielt seine Wirkung unabhängig vom subjektiven Empfinden, denn der Körper reagiert ganz von selbst positiv auf den Sport", stellt Dr. Sommer fest. Golf sorgt für einen Stressausgleich, wenn der Sport nicht zu verbissen ausgeübt wird, bestätigt Lewitan: "Nur das Ziel, unter allen Umständen zu gewinnen, kann nicht gesund sein. Wer gegen sich kämpft und sich selbst zum Gegner hat, findet keine Entspannung im Sport. Die Freude am Spiel muss bewahrt werden."

Der Erkrankung schwungvoll vorbeugen
Golf kann Positives in Bezug auf Stress und Burnout-Erkrankungen bewirken, ist Dr. Sommer mit Blick auf die Studienergebnisse überzeugt: "Golf macht glücklich und hilft zudem prophylaktisch. Ich glaube, dass Golftraining in psychosomatischen Kliniken viel bewirken könnte." Als eine der ersten bietet bereits die Fachklinik St. Lukas in Bad Griesbach Golf als Burnout-Therapie an. Auch VcG-Geschäftsführer Marco Paeke ist von der positiven Wirkung des Golfens überzeugt: "Golf macht den Kopf frei. Schon das Schlagen der Bälle auf der Driving Range ist das beste Antistress-Training. Alle Gedanken sind auf den Ball fokussiert, der Alltag rückt in weite Ferne. Ich glaube deshalb, auch mit Blick auf die Ergebnisse von Frau Dr. Sommer, dass dieser Sport sehr gut geeignet ist, Burnout-Erkrankten oder Burnout-Gefährdeten zu helfen."

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